Machtmotiv & Führungsstil | Teil 4
- Barbara R. Siegenthaler

- 1 day ago
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Setzt die Führungskraft ihr Machtmotiv mit dem SELBST um, dann ergibt sich ein umsichtig-integratives Machtstreben. Bei dieser Variante der Führung geht es um Verantwortungsübernahme, Überzeugen, Direktion (Entwickeln) und kraftvolles Auftreten.
Dr. Holger Schmitz kommentierte zum zweiten Post dieser Serie:
«Meine Erfahrungen aus der Praxis kurz und bündig zusammengefasst: Vielen Managern und Führungskräften fehlt oftmals gerade der Zugang zum Selbst! Warum? Weil sie nicht selten einfach nur im (meistens linkshemisphärisch) geprägten System funktionieren und der Blick auf das Selbst und die eigenen Gefühle dabei verloren gehen. Leider … denn die Lebenserfahrung und Weite des Selbst sind oft sehr gute Wegweiser, wenn hierfür Zeit und Raum zugestanden werden …»
Hier deshalb mal ein paar Vorteile, wenn Führungskräfte ihr ganzes Sein, welches das SELBST umfasst, zur Arbeit mitbringen.
Zunächst: Ich gehe davon aus, dass Führungskräfte ein eher stark ausgeprägtes Machtmotiv haben (sollten), ein hohes Bedürfnis nach Selbstbehauptung und Selbstausdruck, insbesondere durch Einflussnahme auf andere.
Setzt die Führungskraft ihr Machtmotiv mit dem SELBST um, dann ergibt sich u.a. ein umsichtig-integratives Machtstreben.
Der Begriff 'Power' passt da gut. Es geht um Führung, Verantwortungsübernahme, Überzeugen, Direktion (Entwickeln), kraftvolles Auftreten usw.
Bedeutet:
💛 Das SELBST «verschafft den notwendigen inneren UND äusseren Überblick («Helikopter»-Sichtweise) und hilft, das eigene Erfahrungswissen zu erschliessen sowie kreativ und flexibel zu agieren.
💛 Dies äussert sich z.B. darin, dass jemand integrativ zu wirken sowie reflektiert und überlegt zu handeln versteht.
💛 Die Fähigkeit zum umsichtigen Machtstreben macht offen, lernbereit und verständnisvoll für die Ideen und Interessen anderer, zugleich ermöglicht sie aber auch, selbstbestimmt zu handeln und Entscheidungen mit der notwendigen Reife zu fällen.»
Alles tolle Vorteile.
Letzte Frage: Sollte eine Führungskraft jederzeit umsichtig-integriert handeln?
Nein, natürlich nicht. Aber wer sein Machtmotiv gar nicht auf diese Art umsetzen kann, hat ein Problem.
Auszug aus:
Manual für die Trainingsbegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik, Prof. Julius Kuhl und Dipl. Psych. Philipp Alsleben, Institut für Motivations- und Persönlichkeitsentwicklung, 2009.