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Ein Unternehmen mit 'benebelten Sinnen' | Teil 1

  • Writer: Barbara R. Siegenthaler
    Barbara R. Siegenthaler
  • 1 day ago
  • 2 min read

Aus dem Bericht einer Aufsichtsbehörde: «Der finanzielle Erfolg hat die Sinne der Institution benebelt.» Die STIMMUNG im Unternehmen: Ein unterschätzter Risikofaktor? Teil 1 meiner Serie zu Gefühlen & Stimmungen in der Arbeitswelt.


Menschliche Informationsverarbeitung ist an Stimmungen gekoppelt.

Die Basis dieser Aussage? Wissenschaftliche Psychologie.


Und da Stimmungen & Informationsverarbeitung gekoppelt sind, dann bedeutet das auch:


Die im Unternehmen vorherrschende Stimmung enthält einen Hinweis darauf, WIE das Unternehmen gerne Informationen verarbeitet - und zwar Informationen aller Art, unabhängig vom Thema.


Und so lassen sich aus der im Unternehmen vorherrschenden Stimmung ganze Risikoprofile ableiten, sofern man einen belastbaren Bezugsrahmen dafür hat.


Ganz selten beschreibt eine Aufsichtsbehörde in einem Untersuchungsbericht die Stimmung im Unternehmen. So geschehen 2018. Die australische Finanzmarktaufsicht APRA bescheinigte der Commonwealth Bank of Australia CBA in ihrem Prudential Inquiry Prüfbericht:


«The financial success dulled the senses of the institution.»

«Der finanzielle Erfolg hat die Sinne der Institution benebelt.»


Im Einzelnen bescheinigte das 30-köpfige APRA Prudential Inquiry Team nach neun Monaten Prüftätigkeit der CBA:


🔸 Dulled senses | benebelte Sinne

🔸 Complacency | Selbstgefälligkeit

🔸 Over-confidence | übersteigertes Selbstvertrauen

🔸 Chronic ease | eine chronische Leichtigkeit

🔸 A dismissive culture | eine herablassende Kultur


Bei der CBA handelt es sich dabei nicht um ein Leichtgewicht, sondern um Australien's grösste Bank mit einem Profit von 9.9bn USD gemäss Annual Report 2017.


Spannend ist nun das Folgende:


Da Stimmungen mit verschiedenen Arten der Informationsverarbeitung verknüpft sind, lassen sich aufgrund der Charakteristika der betreffenden Informationsverarbeitungs-Arten rasch Hypothesen zu den Stärken und Problemfeldern im Unternehmen aufstellen.


Diese können anschliessend einzeln überprüft werden. Mit der gebotenen Vorsicht. Mit einem systemtheoretischen Ansatz. Mit erkenntnistheoretischer Demut. Und mit Fokus aufs Denken in Optionen.


Genau das habe ich für den 2018 APRA Prudential Inquiry Report zur CBA gemacht und eine The Organizational Personality (TOP) / Finance Without Numbers (FWN) Case Study geschrieben.


Wer sich für das DE oder EN Executive Summary dieser Case Study interessiert, bitte DM an mich. Ich freue mich auf spannende Diskussionen.

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