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Die Denk-Werkstatt
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In meinem Blog schreibe ich über Governance, Risiken, Verhalten, Persönlichkeit, Sprache, Muster. Präzise durchdacht, wissenschaftlich fundiert, direkt auf den Punkt gebracht. Die über 50 Beiträge publiziere ich in der Regel zunächst auf LinkedIn, daher die kurzen Absätze und Smileys. Auch möglich: Auf LinkedIn lesen

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AUDIT

Eine Post-Serie zu den Tugenden und Untugenden von Auditoren und ihren Kunden und der strategischen Bedeutung von Audit. Ausgehend vom Linkedin-Post der CEO eines deutschen mittelständischen Unternehmens, die Audit als 'f***trockenes Gefilde' bezeichnete. Ein paar Weisheiten aus +7 Jahren globaler Audit-Erfahrung.

Audit-Serie Teil 1. Wie die CEO eines deutschen mittelständischen Betriebs ihrem Unmut über AUDIT in einem ziemlich fabelhaften LinkedIn-Post Luft machte.


Kürzlich bezeichnete die CEO eines deutschen mittelständischen Unternehmens Audit als 'f***trockenes Gefilde'. Ihre Worte, nicht meine 😅 😂. Den Link zum absolut lesenswerten Post von Alexandra Kohlmann findet Ihr unten.


Weitere wenig schmeichelhafte Aussagen zu Audit waren:


Völlig realitätsfern, den Mitarbeitenden geht regelrecht die Freude an der Arbeit verloren, die Bürokratie ufert komplett aus, Abweichungen MÜSSEN gefunden werden (unabhängig davon, ob sie in der Realität eine Rolle spielen), Unternehmen ist während des Audits komplett blockiert, Wahnsinn!!!


Nun ist das Neue Jahr vorangeschritten und viel Wasser die Flüsse hinuntergeflossen, und ich muss noch immer sagen: Als Certified Internal Auditor kann ich das so nicht auf mir sitzen lassen.


Deshalb plaudere ich in dieser LinkedIn Post-Serie mal aus dem Nähkästchen:


🟠 Über verschiedene Arten von Audits

🟠 Über Tugenden und Untugenden von Auditoren

🟠 Wie Auditoren arbeiten

🟠 Wie man sich am Besten vorbereitet

🟠 Welche Audit Findings man tunlichst vermeiden sollte

🟠 Was Audit kann - und auch nicht kann


Weshalb ich für diese Post-Serie durchaus qualifiziert bin:


Ich bin Rechtsanwältin und habe 7 Jahre in Group Internal Audit eines globalen Grosskonzerns gearbeitet. Und dabei Audits zu allen möglichen Themen in allen möglichen Himmelsrichtungen durchgeführt bzw. durchführen lassen.


Oft haben wir ein Thema gleichzeitig in 15+ Ländern prüfen lassen, die Ergebnisse am Hauptsitz zusammengeführt und ergänzt und C-Level kommuniziert.


Dabei kann man allerlei Fehler machen, als Auditor wie aus als Audit-Kunde.

Muss man aber nicht.

Audit-Serie Teil 2. Einer der Unterschiede: Die Ausbildung der Auditoren. Hier mal eine kurze Einordnung: External Audit (externe Revision), Internal Audit (interne Revision), ISO-Auditoren.


Gestern habe ich über die CEO eines mittelständischen deutschen Unternehmens geschrieben, welche Audit einmal kurz in der Luft zerriss. Ihren sehr lesenswerten LinkedIn-Post findet Ihr nochmals in den Kommentaren.


Allerdings muss gesagt werden: Audit ist nicht gleich Audit. Anders gesagt: Auf welche Art von Audit bezog sich die CEO denn eigentlich?


Eine Einordnung tut Not, die ich hier gerne mal liefere.


Ich unterscheide grob drei Arten von Audits. Einer der Hauptunterschiede besteht in der Ausbildung der Personen, welche die Audits durchführen.


🟠 ERSTENS: Externe Revision / External Audit


Prüfen u.a. Jahres- und Konzernabschlüsse, Zulassung durch die gesetzliche Aufsichtsbehörde, typische Ausbildungen in der Schweiz sind u.a. Dipl. Wirtschaftsprüfer


🟠 ZWEITENS: Interne Revision / Internal Audit


Prüfen u.a. Governance, Risiken, Kontrollen. Ein globaler Berufsstand mit weltweit einheitlicher Ausbildung, bspw. Certified Internal Auditor, siehe für die deutschsprachigen Länder IIA Switzerland DIIR - Deutsches Institut für Interne Revision e.V. IIA Austria - Institut für Interne Revision Österreich


🟠 DRITTENS: ISO-Auditoren


Oft nur kurze Ausbildungen, im Fokus steht die Prüfung der Normkonformität. In jungen Jahren habe ich mal eine ISO 9001 Ausbildung gemacht. Sie dauerte drei Tage und stand unter dem Motto: Man Muss Menschen Mögen (MMMM) 🤩. Kein Wunder, dass Ausbildungskollegen anschliessend bei der Prüfung ihrer EIGENEN Abteilung (ein NO GO bei der Internen Revision) einen grossen Betrugsfall nicht erkannt haben …


In der Praxis ist die Sache natürlich komplizierter:


So prüfen auch Externe und Interne Revisoren Normkonformität (bspw. SOX, COSO), und es gibt auch hammerharte Ausbildungen zu bestimmten Normen. Aber eben nicht zu allen Normen.


Womit wir dem CEO-Unmut auf der Spur sind. Die Audits betrafen Kategorie 3.


Falls jetzt jemand so richtig Lust auf Prüfnormen hat, hier ein paar Stichworte zum Nachschlagen: SOX, COSO, COBIT, NIST, PCI DSS, ISAE, und natürlich ISO.


Morgen ein Post zum Thema: Wie ticken Auditoren eigentlich? 😅


Es bleibt spannend.

Audit-Serie Teil 3. Kleiner Hinweis: Nicht nur Buchhalter. In Internal Audit findet man beispielsweise auch IT-Spezialisten, Data Scientists und Psychologen.


Böse Zungen munkeln ja, dass abgehalfterte Executives in Internal Audit bis zur Pensionierung 'aufbewahrt' werden ... 😅 Das habe ich allerdings nie so erlebt.


Was allerdings wirklich zutrifft:


Audit kann als Sprungbrett für Karrieren dienen. Diese Menschen sind jung, top ausgebildet und klug - und sie wissen es. Das Ziel nach Audit ist der Sprung in eine globale Weltstadt als Expat oder alternativ der Wechsel zurück in eine Big4, gerne auf Director level.


Wer längere Zeit in Audit arbeitet, hat einen Touch 'Fleissige Biene' 🐝 : Diszipliniert, handlungsorientiert, emotional ausgeglichen werden Audits der Reihe nach mit Fokus und Fleiss abgearbeitet oder als Executive überwacht.


Audit, Risk, Compliance sind dabei wie ein Jobkarussell, es wird gerne hin und her gewechselt, auch der Wechsel von External Audit zu Internal Audit ist beliebt (umgekehrt allerdings schwierig, siehe Teil 2 dieser Serie).


Womit viele nicht rechnen: Sehr viele IT-Spezialisten arbeiten in Internal Audit. So ist bspw. Cyber Security das Top Risiko auf der Agenda der Audit Executives weltweit.


Und weshalb sich mit einer Stichprobe begnügen, wenn man ALLES auditieren kann? Auch Data Scientists trifft man in Audit an. Den ersten Data Scientist habe ich vor Jahren bei Nestlé Internal Audit angetroffen, als das wirklich noch nicht Mainstream war.


Und wer es ganz modern mag, der holt sich Psychologen und Behavioral Scientists in Internal Audit, das macht beispielsweise NatWest Group Internal Audit schon seit Jahren.


Was ich persönlich eher problematisch finde, ist der hohe Anteil an Auditoren, die Finance und Buchhaltung als Schwerpunktfach studiert haben. Kann man ja machen, aber Innovation & Buchhaltung 🤔 nun ja ...


Im nächsten Post mehr dazu, WIE Auditoren denken.


Und, könnt Ihr Euch eine Karriere in Audit vorstellen?

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